Testbericht – Ultimate Ears UE 5 Pro von Lukas Rick

Ein Drummer packt aus – OHREN AUF DEN TISCH.

Nun denn, stellt sich die Frage – wie schreibt man einen „Testbericht“ oder „Rezension“. Mir (eigentlich) Wurst, weil es ja darum geht, Erfahrungsberichte über Dinge zu schreiben, die man so im Alltag gebraucht – hier mehr im Musiker- bzw. Drummer-Alltag. Deswegen – einfach drauf los…

Vorher:

März 2011 – Stolz wie Bolle komme ich mit der Band (SuperCircus) von der Musikmesse in Frankfurt wieder, viele gute Geschäfte gemacht, u.a. ein Endorsement-Deal mit der Firma Fischer Amps, welche ja bekanntlich den exklusiven Deutschland-Vertrieb für alle Produkte der Referenz-In-Ear-Schmiede Ultimate Ears aus den USAs abdecken. Und – das muss ich hier mal loswerden – wurden wir selten so herzlich als Künstler/Musiker an einem Stand empfangen und betreut wie bei Birgitta und Jochen Fischer und Ihrem ganzen Team! Wir fühlten und fühlen uns wirklich wohl in dieser Familie!!

Ich selber spiele seit 16 Jahren Schlagzeug, das seit 2 Jahren professionell und bin seit 7 Jahren überzeugter In-Ear Nutzer, davon 6 Jahre wunderbar zufrieden und ausgestattet mit den Standard Fit – Hörern UE SF 5 Pro, den ich mit angepassten Silikon-Otoplastiken verwendet habe. So weit so gut. – Jetzt stellt sich einem natürlich unweigerlich die Frage, auf welches angepasste Profi-Hörersystem man von Ultimate Ears umsteigt, wenn man a) den Sound der letzten Jahre gewöhnt ist und ihn gemocht hat und b) man die wirklich große Produktpalette der maßgefertigten Hörer von UE sieht… mal ganz abgesehen von den unendlich Möglichkeiten, die In-Ears farblich und künstlerisch gestalten zu lassen.

Die Wahl:

Entschieden habe ich mich letzten Endes recht „unspektakulär“ für den UE 5 Pro in der Farbe „Transulescent Purple“, sprich ein recht dunkles, leicht transparentes Violett. Fragt mich nicht warum, aber ich steh auf diese Farbe. ;) Und den UE 5, weil er von der Hörertechnik her nicht nur vom Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut ausgestattet ist, sondern vom Sound sehr ausgewogen und mit seiner technischen Aussstattung somit auch nah am SF 5 Pro ist.

 

Der UE 5 Pro ist ein 2-Wege Stereo In-Ear Hörer mit 2 Treibern. Einer für hohe und Frequenzen und der andere für den Mitten- und Tieftonbereich.

 

Die technischen Daten:

- 2 Lautsprecher und 2 Antriebsspulen

- 1 passive Frequenzweiche

- Eingangsempfindlichkeit: 119 dB bei 1 mW

- Frequenzbereich: 20 Hz bis 16.000 Hz

- Impedanz: 21 Ohm

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Interne Lautsprecherkonfiguration: 2 patentrechtlich geschützte, präzise und ausgewogene Magneten

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Geräuschisolierung: -26 dB

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Eingang bzw. Stecker: 3,5 mm Stereo-Klinke vergoldet

 

Die Verarbeitung:

Erstklassig. Die Hörerteile sind sehr präzise und genau verabreitet, sehr stabil, passen perfekt ins Ohr und sehen auch noch verdammt gut aus. Sehr positiv überrascht war ich auch vom Kabel (schwarz), was sehr flexibel und leicht ist, was natürlich den Tragekomfort gegenüber den SF 5 sehr sehr erhöht. Alles in allem – perfekt.

Der Lieferumfang:

Geliefert werden die edlen Hörer in einem matt-schwarzen Aluminium-Case mit aufgebrachter Laser-Gravur des Namens… natürlich von demjenigen, für den die Monitore gefertigt wurden. ;)
Das Case ist stabil, gut gepolster und schützt die Hörer vor Schmutz und anderen äußerlichen Einflüssen. Sehr vernünftig also. Im Case selber ist noch ein kombiniertes Reinigungstool, damit die guten Stücke auch vorschriftsmäßig gepflegt werden und somit lange einen guten Job verrichten können.

 

 

Im Live-Einsatz:

Das erste Mal verwendet habe ich meine UE 5 Pro auf einem relativ großen Venue – eine Halle, knapp 4.000 Plätze, große Bühne, amtliche PA sowie natürlich ein separates Monitoring-Mischpult. Mein Setup selber auf der Bühne ist ein Siderack, in dem alles fest vorverkabelt ist: Mixer, Metronom, Audio-Interface, MacBook-Pro mit Ableton Live usw. Sozusagen Plug & Play. Soweit alles gewohnt… Bis zum Soundcheck!

Hier die erste große, positive und einzige Überraschung – es überkommt mich ein deartiges Gänsehautgefühl, was sich da gerade in meinen Gehörgängen abspielt, dass ich so verwirrt bin und zu tun habe vor lauter Überwältigtsein mich selber und die Band beim ersten Soundcheck-Song auf dem Click zu halten, was mich im ersten Moment sehr nervös gemacht hat. Erster Song vorbei, nachregeln von Snare, Hi-Hat und Overhead (denn man hört plötzlich Sachen und Details, was man garnicht gewohnt ist…) und schon geht’s in die nächste Runde. – Bei dieser – BUMM!!! Alles passt, alles fein, alles wirklich GROßARTIG! Für mich danach ganz klar – nie wieder ohne diese In-Ears spielen! Absolut überzeugend…

Der Klang ist absolut ausgewogen in allen Bereichen, hat (für mich) genügend tiefen Bumms, keine sich “plastisch” anfühlenden Mitten und sehr klar präsente Höhen. Für mich absolut top, weil mein In-Ear Mix mehr oder weniger (fast) immer jedes Instrument/Stimme auf der Bühne involviert. Auch die Außengeräuschdämpfung ist weder zu viel noch zu wenig, demnach für mich als Drummer einfach optimal. – Ich fühle mich nicht abgeschottet und die In-Ears tun mit ihrer “Gehörschutz-Funktion” demnach auch das was sie sollen.


Das Fazit:

Kurz und knackig – wer jeden Tag Musik macht, egal ob professionell oder semi-professionell und eh schon mit In-Ear-Monitoring arbeitet, sollte wirklich sehr ernsthaft drüber nachdenken, diesen Weg einzuschlagen, auch, wenn es im ersten Moment nach einer recht großen Investition aussieht (Thomann-Preis: 659,-€). Aber diese Monitore sind (so würde ich es mal behaupten) auch eine Investition für die nächsten paar Jahre bzw. evt sogar ‚für den Rest des Lebens’ und in Bezug auf Sound, Komfort, Verarbeitung etc. vom Preis-/Leistungsverhältnis denke ich schwer durch andere Hersteller zu toppen.

 

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