Agnostic Front live in München

Wie jedes Jahr lädt das Backstage in München zum „Free & Easy“-Festival, welches dem geneigten Zuschauer, eine riesige Anzahl an hochkarätigen Bands bietet und das ganze für lau!
Am dritten Tag der Veranstaltung bitten die New Yorker Urgesteine des Hardcore, „Agnostic Front“, zur gepflegten Keilerei. Da es der schönste Tag der Woche ist, den uns dieser „Sommer“ bietet, haben sich die Fans zahlreich eingefunden. Man muss aber von vornherein bemerken dass das Publikum dank des entfallenen Eintrittspreises sehr gemischt ist und es sich dementsprechend um keine klassische Hardcore-Show handelt! In der ersten Reihe werden die Köpfe der Langhaarigen abgekurbelt, während hinter ihnen, von den klassischen Fans im Sinne von Punks, Skinheads und Hardcore-Kids die Pits abgefeuert werden.

Zunächst wird die Show aber von der Metalcore-Kapelle „Gravity Lost“ eröffnet. Die Jungs spielen zwar solide und bemühen sich um eine routinierte Show, doch der Sound lässt an einem Wiedererkennungswert mangeln und gerät dementsprechend, vor einer nur mäßig gefüllten Halle, in Vergessenheit.

Als der wahre Anheizer vor den Headlinern entpuppt sich das Münchner Quintett „Bale“, das modernen Hardcore mit gelegentlichen Melo-Death- und Thrash-Zitaten verfeinert! Trotz der anfänglichen Nervosität vor den schätzungsweise über tausend Zuschauern und der relativ großen Bühne, bilden sich die ersten zaghaften Moshpits, die im Laufe des Sets, größer und härter werden. Band und Publikum stacheln sich gegenseitig 50 Minuten gegenseitig an, bevor sie den Helden des Abends Platz machen.

Die knapp einstündige Setliste von „Agnostic Front“ setzt sich aus den altbekannten Evergreens und relativ viel neuem Stoff vom neuen Album „My Life, My Way“ zusammen.
Schon ab dem ersten Ton wird ein gewaltiger Circle-Pit entfacht und die ersten Crowdsurfer und Stagediver fliegen über die Köpfe der Security hinweg, die am heutigen Abend allerhand zutun haben.
Zu keiner Sekunde stehen Vinnie Stigma (Gründungsmitglied; Gitarre) und Mike Gallo (Bass) still und heizen die Meute durch ununterbrochenen Bewegungsdrang an. Als erfahrener Frontmann, dirigiert der legendäre Roger Miret dabei durch den Abend.
Von Hüpfeinlagen bis zur Einladung an die Ladys im Publikum die Bühne zu entern, die Menge gehorcht.

Nachdem es scheint das Konzert könnte vorbei sein, stürmen die New Yorker noch einmal nach vorne um einen Zugabenblock mit dem immer zündendem Ramones-Cover „Blitzkrieg Bop“ zu beginnen, bei dem die Stagediver im Sekundentakt in die Menge segeln.

Erschöpft aber glücklich schleppen sich die die Leute aus der bis auf den letzten Zentimeter gefüllte Halle und wissen es hat sich gelohnt! Das Konzept des Backstage, Konzerte kostenlos anzubieten geht auf und lässt hoffen das es noch viele Jahre weiterhin veranstaltet werden kann!

Und Agnsotic Front haben wieder einmal bewiesen wer der König im Ring des Hardcore ist! Es bleibt nur noch ein hoffentlich „Auf Wiedersehen“!

Igor Barkan

 

Photos: Kudo

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