Das war Rock im Park 2012 – Samstag

Der Samstag beginnt für uns und dieses Festival doch eher außergewöhnlich mit der neuen, deutschen Rap-Hoffnung „Cro“.
Der erst 19-jährige mit der Panda-Maske gehört zurzeit zu den angesagtesten Künstlern dieses Genres und weiß mit eigenkomponierten Beats und einfallsreichen Texten zu überzeugen. Nicht zuletzt wird er von lange etablierten Kollegen als „die Zukunft des deutschen Hip-Hop „ hochgelobt.
Für alle die mehr von ihm hören wollen, sollten sich seine erste Demo kostenlos(!) von seiner Seite ziehen bzw. Augen und Ohren nach neuem Material offen halten.
Als nächstes hieß erst mal von der Alterna- zur Center-Stage wandern, die waschechten Rockabilly und Rock ’n’ Roll durch Dick Brave & the Backbeats dargeboten hat.
Einigen Leuten älterene Semesters wird der Sänger dieser Combo besser als „Sascha“ bekannt sein der vor einigen Jahren die deutsche Pop-Szene aufgemischt hat und sich aktuell nur noch den 50er Jahren und ihrem musikalischen Aushängeschild verschrieben hat.
Die Setliste ist dabei größtenteils mit Neuinterpretationen aktueller und vergangener Hits wie „Use Somebody“ von den Kings Of Leon oder „American Idiot“ von Green Day in Schmalzlockenformat gespickt. Dazu gesellen sich sogar einige selbst kreierte Stücke, die sich jedoch nahtlos in den Verlauf der Show einfügen.
Nach diesem erfrischend-fröhlichen Sound brauchten wir natürlich eine gewisse Abwechslung und was könnte gegensätzlicher sein als der brachiale Death Metal-Core der kalifornischen DevilDriver rund um Front-Schreier und Aushängeschild Dez Fafara.
Schon verdammt gut gefüllt, präsentieren sich die Fans in der Club-Stage hungrig auf den ersten „richtigen“ harten Act dieses Festivals.
Mit altbekannter Spielfreude haut das Quartett zunächst ein paar Evergreens raus, bis es sich auf die Werbung für das aktuelle Werk „Beast“ besinnt.
Dafür dass sie zeitgleich mit dem Headliner „Die Toten Hosen“ konkurrieren müssen, heizen die Jungs eine gut gefüllte Halle mit allerlei Pits auf.
Das einzige Manko ihres Auftritts kann man nicht mal der Band selber zuschreiben. Ein etwas arg blecherner und oftmals auch matschiger Sound dämpfte leider zuweilen die Stimmung, wirkte sich aber nicht auf die durchwegs gelungene Performance aus.
Um das Wechselbad der Genres perfekt zu machen, schicken sich die legendären Chaos-Rapper um Deichkind an, dem überfüllten Platz vor der Alterna-Stage beizubringen warum sie „leider geil“ sind!
Farbenfroh und auf „Krawall und Remmidemmi“ aus, lassen die drei Hamburger die Puppen bis in die Nacht hinein tanzen und bieten dabei nicht nur durch Ohrwürmer sondern durch eine ebenfalls ausgeklügelte Bühnen-Deko etwas für die Sonnenbebrillten Augen der zahlreichen Fans.
Wie schon tags zuvor ist der Tag nicht mit wummernden Gittareriffs, sondern mit tanzbaren Beats zu Ende gegangen. Doch wer das für enttäuschend hielt, durfte auf den folgenden Tag mehr als nur gespannt sein.

 

Igor Barkan

Photos: Nadja W.

 

 

 

Cro

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As I Lay Dying

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Deichkind

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