Musik – Eine vom Aussterben bedrohte Spezies!

Dass schon seit längerem keine großen Stars mehr am Musikhimmel geboren werden scheint nur den wenigsten aufgefallen zu sein.
Dank aller Castingformate wird der Menschheit demonstriert, dass JEDER „was werden kan“ und eine Musikkarriere in der Regel nicht länger als ein Jahr andauert. Denn dann sucht man ja den nächsten Superstar mit dem ganz besonderen X-Faktor. Doch was auch allen aufgefallen sein sollte ist, keiner dieser Shootingstars füllt Konzerthallen.

Wird also ein Tim Bendzko in der Lage sein nicht nur in seinen Songs, sondern auch in der Wirklichkeit die Musikwelt zu retten?
Nein! Auch wenn der aktuelle Erfolg durch das erste Album und den Megahit „Kurz die Welt retten“ den Anschein einer großen Karriere machte, wissen wir doch alle: Es ist unmöglich an diesen Erfolg anknüpfen zu können.

Was geschieht mit der Musikindustrie, wenn ein Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Pur, die Scorpions, Nena oder Peter Maffay mal in Rente gehen?
Dann gäbe es da nur noch Xavier Naidoo und Bushido als Alternative und eben diese Künstler, die genau so schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind.
Ein Problem bzw. das Grab, dass sich die Musikindustrie selbst schaufelt und genau so unterschätzt wie den Wandel der CD zum Mp3 Format.

Mit der Philosophie „mal eben eine schnelle Mark“ zu machen, geht man hier seit einigen Jahren vor und vergisst dabei komplett auf Qualität und langfristigen Erfolg Wert zu legen.
Lieber sucht man den „Jungen (oder das Mädchen) von nebenan“, der unbedingt und egal um welchen Preis berühmt werden will. Dies führt dazu, dass viele der Neuzeitpopstars nach ihrer schnellen Karriere vor dem existenziellen nichts stehen und weder sich, noch ihren „Fans“ etwas nachhaltiges gegeben haben.

Vor einigen Jahren war es in der Tat noch sehr erstrebenswert und angesehen mit Musik seine Brötchen zu verdienen. Heute ist für Selbstdarsteller durch Castingshows und dem Internet eine wunderbare Platform gegeben. Jeder kann sich zu jeder Zeit im Rampenlicht positionieren und die Welt „von sich überzeugen“. Finanziell sinnvoller ist es mittlerweile sich als Bäcker seine Brötchen zu verdienen.

Wie schreibt ein Castingshowgewinner eigentlich seine Songs?
Garnicht! Wo man sich früher bis zu einem ganzen Jahr Zeit nahm, um ein Album zu schreiben, geschieht dies heute innerhalb von 7 Tagen mit anschließender Veröffentlichung. Wie geht das?
Eine handvoll Musiker oder Künstler versuchen aus der Not eine Tugend zu machen und nutzen die Gunst der Stunde. „Für ein paar Euros“  schreiben diese Songwriter für eben diese Selbstdarsteller und im Auftrag der Plattenfirmen mittelmäßige Songs, welche dann auf den „Debütalben“ ihren Platz finden. Es sinkt also nicht auch nur der Wert des „Images“ eines Popstars, sondern auch noch die Qualität der Lieder, die „mal eben schnell“ produziert und mit den austauschbaren Interpreten aufgenommen werden.
„Scheissegal!“, denkt sich da der Kluge Plattenboss, denn morgen weiß ja eh keiner mehr wie der Typ heißt, der gestern noch auf Platz 1 der Charts war.

Pietro Lombardi’s erste Single hieß „Call My Name“. Er selbst kann aber garkein Englisch.

Welche Vorbildfunktion haben eigentlich diese Selbstdarsteller für unsere Kinder?
Welche Werte kann ein 16 jähriger Junge mit Baseballcap vermitteln, der sich nicht darüber im Klaren ist, dass er Millionen von Menschen erreicht?
Wir vermissen die Tiefe, die man früher von einem Künstler kannte und auch vorausgesetzt hat. Interviews und Statements, die einen Zuschauer inspirieren sind mit einem „Pietro Lombardi“ nur schwer vorstellbar. Welche Geschichten kann ein Hauptschulabbrecher einer Generation erzählen, um sie aufzubauen?

Das geringste Problem in diesen Tagen ist die GEMA!
Alle brechen in Panik aus, sind voller Wut und haben angst, dass sie ihre Lieblingsclubs schließen müssen. Doch was bringt ein geöffneter Club, wenn dort nur „Scheißmusik“ läuft, weil es keine richtigen Künstler mehr gibt?
Nein stattdessen versucht die Menschheit den Künstlern und Songschreibern über diesen Weg noch ihnen das Leben schwerer zu machen.
Alles nehmen und nichts zurückgeben ist scheinbar eine neue deutsche Philosophie, die sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Das finden wir nicht gut.

Wir von Burning-Music können zwar die Musikindustrie und die Welt nicht ändern, aber wir machen uns unsere Gedanken. Vielleicht sollten wir uns langfristig einfach darauf einstellen, dass es schon bald nur noch „Fahrstuhlmusik“ geben wird. Was denkt ihr?

In der nächsten Kolumne wollen wir beleuchten, wie einfach es ist in diesen Tagen eine eigene Realityshow in Deutschland zu bekommen.  😉

 


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