Emilie Autumn live in München

Emilie Autumn ist eine Muse, eine Göttin, eine Getriebene und vor allem eine Violinistin. Bereits mit vier Jahren begann sie ihr Instrument zu spielen und zu lieben. Bei allen musikalischen Wandlungen, die die Kalifornierin durchgemacht hat: Die Liebe zu ihrem Instrument ist immer geblieben. Nur dass sie nicht die vorgezeichnete Karriere als Konzertviolinistin beschritten hat, sondern irgendwann abgebogen ist in diesen Tunnel, der ganz tief hinunter führte ins „Asylum For Wayward Victorian Girls“. So lautete der Titel ihres Buches, eines autobiografisch gefärbten Thrillers, der wiederum die Vorlage abgab für ihr jüngstes Konzeptalbum „Fight Like A Girl“. So geraten Leben und Kunst der Emilie Autumn in Eins. In kürzester Kürze: Die reale Emilie ist manisch depressiv, unternimmt einen Selbstmordversuch und kommt in eine psychiatrische Klinik. Ihre Erfahrungen setzt sie als fiktive Emilie schriftstellerisch und musikalisch um. Man muss aber beileibe nicht alle reale Facetten kennen, um die großartige Show der Emilie Autumn staunend zu betrachten und zu erkennen, wie sich hier eine neue Welt eröffnet. Man muss nur hören und sehen können, um zu wissen, dass sich hier ein fantastischer Kosmos eröffnet, der einen sowohl in die dunkle Seele des Viktoriansichen Zeitalters führt als auch in die experimentellen Gefilde der Musik. Die changiert zwischen Gothic, Industrial und Metal und bringt elektronische Elemente mit ins Spiel. Das düstere Musical lebt von der Offenheit und der Performance seiner Hauptdarstellerin: Emilie Autumn spielt und singt und schreit und flüstert und rockt und streicht und schauspielert ihre Songs, unterstützt von ihrer Band und einer grandiosen Show, die weit über ein gewohntes Bühnenerlebnis hinausgehen wird.

 

Photos: BiLut


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