Söhne Mannheims ElyZion CD Review

Söhne Mannheims Elyzion CD Cover
Mit ElyZion bringen die Söhne Mannheims in neuer Formation und nach rund 3 Jahren ihren ersten ‚eigenen‘ Tonträger heraus. Eine große Aufgabe mit großer Verantwortung. Wir haben mal in den ein oder anderen Song reingehört.

Mit ‚Wenn es um Liebe geht‚ beginnen die Söhne Mannheims ihr Album ElyZion.
Die Nummer beginnt mit einem düsteren und dennoch druckvollen Intro und hat die Anmut einer kriegerischen Liebes-Hymne. Das Bild wird durch passende Metaphern im Songtext wiedergespiegelt. Eine sehr intensive Nummer, welche auch das Liveprogramm eröffnet.

Keep Moving On, so lautet der zweite Song, welcher direkt mit dem Chorus beginnt. Textlich geht es um eine Freundschaft, die von einer Seite betrachtet mehr zu sein scheint. Die Strophen sind deutschsprachig, der Chorus auf Englisch. Dieses Stilmittel werden wir im Verlauf des Albums noch desöfteren hören. Auch in diesem Song wird wieder auf einen druckvollen Drumsound zurückgegriffen, um den Song ’nach Vorne‘ zu treiben.

Augenblick ist ein Songs mit einem hoffnungsversprechenden und motivierenden Songtext im leicht ‚irischen‘ Gewand. Den Moment zu genießen und einen Augenblick, der scheinbar für immer anhält möchten die Söhne Mannheims hier zum Ausdruck bringen. Zu diesem Song möchte man gerne mit dem Auto in den Sonnenuntergang fahren.

Back To You ist ebenfalls eine schöne mid-tempo Nummer, welche mit einem ‚weiten‘ und ’sphärischen‘ Gitarren-Intro beginnt und handelt vom ’nach Hause kommen‘. Eine Nummer, die auf große dramatische Kurven verzichtet und angenehm vor sich hin plätschert.

Eine weitere schöne Ballade auf dem Album ist ‚Deine Waffe ist die Liebe‚, welche ebenfalls durch treibende Drums lebt. Die gesanglichen Qualitäten der Sänger kommen hier besonders zur Geltung. Uns fällt auf, dass auf Doppelungen oder sonstigen Effekten im Gesang verzichtet wurde. Ein Mittel, das man in der heutigen Popmusik nicht mehr allzuoft findet. Nach der ‚gerappten‘ Bridge nimmt die Nummer nochmal etwas an Fahrt auf, und mündet in einem ‚großen‘ Feuerwerk mit stärker präsenteren Streichern und Klischeehaften Hooks, um dann zu einem ruhigen Ende zu kommen.

Es ist soweit ist der Song, der uns auf diesem Album am besten gefällt und erinnert uns an ‚alte Zeiten‘ und die Anfänge der Söhne Mannheims. Textlich greift man hier teilweise sehr kitschige Satzbauten und Worte zurück, die längst überholt sind. Im Gesamtkontext aber nicht weiter in’s Gewicht fallen.

Willkommen in der Großstadt, welche zugleich auch die erste Singleauskopplung des Albums ist, ist vom Ansatz her eine gute Idee. Jedoch versaut die Zeile ‚in der friss Scheiße, oder stirb Stadt‘, unserer Meinung nach, den ganzen Song. Man hätte hier mit Sicherheit tausend andere Bilder finden können. Es ist eine Hass/Liebe, die die Sänger versuchen auszudrücken, wenn auch ein wenig leicht überdramatisiert.

Ich muss raus ist musikalisch gesehen eine wunderschöne Ballade, jedoch ist der gewählte Text des Refrains absolut einfallsos und schwach. Etwas, dass uns bei vielen Songs aufgefallen ist. Bei den Strophen geben sich die Söhne Mannheims scheinbar mehr Mühe, als in den Refrains, die so bedeutend wichtig für den Hörer sind. Schade, eigentlich.

Second to die scheint der Versuch von Henning Wehland zu sein, etwas mehr Rock in die Bude zu bringen. Wir finden aber, dass die Nummer zum einen nicht in das gewohnte Bild der Söhne Mannheims, sondern eher zu Rage against the Machine passen würde. Auch in anbetracht der Tatsache, dass man anhand der englischen Aussprache sehr stark erkennen kann, dass hier keine native Speaker singen, hätte man die Nummer womöglich lieber weglassen sollen.

Die vorletzte Nummer des Albums nennt sich ‚Wie Du‚ und vermittelt einen melancholischen Vibe. Die Nummer erzählt vom Loslassen, Trauern und vom Abschied nehmen. Bisher die einzige Nummer, die uns aufgrund der persönlichen Note, so richtig anspricht.

Mit Living on The Edge verabschieden sich die Söhne Mannheims von ihrem eigenen Album. Einer Nummer, die sagen wir mal, ist was es ist.

Fazit:
Die Söhne Mannheims stellen mit ihrem neuen Album eine durchaus solide musikalische Leistung vor, aber keinen neuen Meilenstein auf. Die Songs sind sehr gut arrangiert, der Sound ist druckvoll und transparent. An den Stimmen gibt es nichts auszusetzen. Wer ein Fan der Söhne Mannheims ist, sollte sich auch unebdingt das ElyZion Album zulegen.

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