Interview mit Hellyeah

Hellyeah-band-2014Burning Music: Euer neustes Werk „Blood for Blood“ kam letztes Jahr raus. Erzählt mir darüber. Wie lange habt ihr gebraucht um das Album zu schreiben?

Vinnie: Wir haben ungefähr 3 Monate dafür gebraucht. Maximal 4 Monate inkl. Recording. Wir fingen im September an und es war im Januar 2014 fertig. Ich glaube, dass es das beste Album ist was wir bis jetzt geschrieben haben. Wir hatten harte Zeiten. Wir mussten Bandmitglieder austauschen. Chad und mach hat es besser zusammen geschweißt. Wir haben das beste Hellyeah Album denn je geschrieben. Bis jetzt ist das Album in den USA ein voller Erfolg und wir wollten unbedingt nach Europa um den gleichen Erfolg wie drüben zu erreichen. Aber leider konnten wir unseren heutigen Auftritt auf Rockavaria nicht spielen.

 

Burning Music: Hoffentlich dann beim nächsten mal wenn ich ihr wieder in München seit.

Chad: Ja auf jedenfall.

Vinnie: Wir finden es sehr schade weil uns Leute hier in München sehen wollten. Und wir werden es nachholen. Die sind bestimmt alle sehr frustriert. Wir sind natürlich am meisten frustiert. Aber aus technischen Gründen hat es heute nicht geklappt. Wir standen hinter der Bühne und haben gewartet bis wir endlich auf die Bühne können und wir haben nur die Uhr gesehen wie die Zeit vergeht und dann kam der Promoter und meinte zu uns, dass wir heute nicht mehr spielen können weil das Zeitmanagement eingehalten werden muss.

Chad: Wir standen da und wir haben zugeschaut wie die Zeit vergeht. Und wir dachten okay dann können wir wenigstens nur noch einen Song spielen. Aber leider wurde das technische Problem nicht behoben. Wir hatten Probleme mit dem Audio Snake. Unsere Techniker haben es nicht hinbekommen. Hätte es geklappt dann hätten wir wenigstens noch gerne einen Song für unsere Fans gespielt. Nur ging es leider einfach nicht. Wir sitzen 10 Stunden im Flieger für die Show und wollen spielen. Das ist ja auch das was wir lieben. Und dann passiert sowas. Es ist schief gelaufen. Wie Vinnie schon gesagt hat keiner ist so verärgert wie wir. Wir haben Fans auf der ganzen Welt und deswegen spielen wir ja für sie. Wir sind eine Familie. Wir sind hier und wir wollen einfach spielen!

Burning Music: Was man jetzt genau wo der Fehler lag?

Vinnie: Wir nehmen zum Teil unser Equipment aus USA mit und mieten zum Teil Equipment aus Europa. Und das muss irgendwie zusammen funktionieren. Diverse Kabel müssen miteinander überkreuzt werden.

hellyeahChad: wir wissen leider nicht wo das Problem angefangen hat und wo es geendet hat. Aber es kam ja zu einem Ende (lacht). Jetzt schauen wir unser ganzes Equipment an damit uns das nicht bei der nächsten Show passiert. Wir bekommen unser Equipment von Firmen extra für die Europa Tour. Wenn nur eine kleine Sache nicht funktioniert endet das in eine Katastrophe. Es gibt immer mal Probleme. Wenigstens führen wir unser Interview. (lacht)

 

Burning Music: Ja genau. (lacht)

Chad: Wenigstens können wir den deutschen Fans sagen dass es uns Leid tut! Wir machen es wieder gut.

 

Burning Music: Zurück zum Album. Habt ihr einen Lieblingssong, wenn ja warum genau der?

Vinnie: Zuerst muss ich sagen, dass es wirklich schwer ist einen auszuwählen weil wir alle 10 lieben. Es ist genauso wie wenn man 10 Kinder hat. Wie soll man da einen Liebling aussuchen? (lacht). Aber ich denke für mich ist „Moth“ mein Lieblingssong. Ich denke das ist bisher was ganz anderes was wir so gemacht haben. Es hat einen Flow drin. Chad hat einen großartigen Text geschrieben. Sehr melodisch. Es ist wohl die beste Melodie die ich bisher von Chad singen gehört habe. Für mich ist das der ultimative Song. „Say When“ ist ein ganz anderer. Es ist eine große Herausforderung aber es macht wirklich Spaß den zu spielen. Die Leute fangen das Tanzen an. Wenn ich einen Song aussuchen muss dann ist es „Moth“.

Chad: Ja! Ich stimme Vinnie zu. Ich liebe dennoch alle. Aber der Song „Moth“ macht mich komplett. Jeder Song auf dem Album ist heavy, emotional. Ich liebe auch „Demons in the Dirt“. „Cross the Bier“, ist wirklich schnell. Das ist mein Stil, Staccato. Aber ich liebe auch den normalen Gesang. „Moth“ ist eine Abweichung was ich bisher gemacht habe. Das ist definitv einer meiner Lieblinge. „Hush“ darf auch nicht fehlen. „Black December“.

Vinnie: Wir haben viel Persönliches reingesteckt. Ich denke es macht einen dadurch frei. Du fühlst dich erleichtert. Und wir freuen uns wenn wir unser nächstes Album schreiben.

 

Burning Music: Wie schreibt ihr Songs? Trefft ihr euch im Proberaum und spielt zusammen oder bringt jeder eigene Ideen mit?

Chad: Das ist ganz wichtig. Vinnie ist ein ganz großer Teil. Er ist nicht nur ein Schlagzeuger. Er hat viele Ideen. Er hilft uns Songs zu arrangieren. Wir arbeiten zusammen. Es beginnt mit Tom, er fängt an und dann komme ich irgendwann dazu und habe eine Idee für eine Melodie. Wenn was klappt dann weiß ich wie es singen möchte und was für ein Text dazu passt.

Mit Kevin zu arbeiten war großartig. Er ist echt cool und talentiert. Großartiger Schreiber. Wenn du in eine Situation kommst mit einem Producer ins Studio zu gehen musst du die in deine Band einbinden. Du willst sie natürlich mit einbinden. Er war auf jedenfall größtenteils eine Hilfe für uns. Aus ausstehender hat er Ideen die wir vorher nicht gesehen hatten weil wir schon so vertieft waren. Manchmal ist es auch so dass es uns nicht gefällt weil es nicht unser Stil ist aber man hat natürlich Respekt voreinander.

 

Burning Music: Chad, erzähl mir doch mal. Schreibst du deine Texte davor oder nachdem der Instrumentale Song steht?

Chad: Ich habe Ideen. Im Moment habe ich so viele Ideen. Z.B. Wörter oder Sätze. Mein Smartphone ist voll mit Ideen die ich dann an mein Laptop schicke um damit zu arbeiten. Ich liebe es die Musik erst zu hören. Es sagt mir in welche Richtung ich dann schreiben soll. Spiel mir was sanftes ab dann werde ich nicht shouten. (er macht es vor). Weißt du?

 

Burning Music: Habt ihr Vorbilder?

Vinnie: Puhh, als Schlagzeuger. John Bonham ist definitiv ein großer Einfluss. Alex Van Halen ist einer meiner Lieblingsschlagzeuger. Tommy Aldrige ist großartig. Er hat mich mit seinem Doubleklick beeinflusst. John Bonham spielt einfach genial. Seine Technik ist super.

 

Burning Music: Ich hatte vor 2 Wochen ein Interview mit dem Schlagzeuger von Wovenwar. Ich habe ihm dieselbe Frage gestellt und er meinte, dass du sein Vorbild bist.

Chad: (lacht) Oh ja da gibt es viele.

Vinnie: Freut mich. Sag ihm danke!

 

Burning Music: Welches Equipment benutzt ihr?

Vinnie: Heute nicht. (lacht)

Chad: (lacht)

Burning Music: Naja normaleweise.

Vinnie: DDrum, Sabian, Vic Firth Sticks. Chad benutzt das Sennheiser 58. Dean Guitars.

Chad: DR Strings. Das wars soweit.

 

Burning Music: Wie macht ihr euch für eine Show fertig?

Vinnie: Jeder hat seine eigene Aufwärmmethode. Chad macht Aufwärmübungen damit seine Stimme nicht kaputt geht. Was wichtig ist. Viele gehen auf die Bühne ohne sich seine Stimme aufzuwärmen. Er kann dir alles darüber erzählen. Ich wärme mich mindestens eine Stunde lang auf. Ich trinke gerne ein, zwei Shots Wodka vor jeder Show. Ich höre mir dann Slayer ,Judas Priest, Black Sabbath. Ich bin dann in meinem Element und dann will ich nur noch auf die Bühne. Ich brauche immer mindestens eine Stunde um Warm zu werden.

Chad: Ich wärme meine Stimme mit Tonleitern auf. Und dann, ich nenne es „Aufwärmen“. Und dann mache ich den „Hellyeah Warm Up“. Dann singe ich z.B. Demons, dann Moth usw. Ich singe wahrscheinlich unsere halbe Setliste bevor ich überhaupt auf die Bühne gehe. (lacht)

Ich mache Zungen- und Mundübungen damit ich singen kann. Und dann bin ich fertig.

 

Burning Music: Habt ihr zur Zeit irgendwelche Lieblingssongs?

Vinnie: Zur Zeit höre ich viel Van Halen. Die haben echt coole Parts in ihren Songs die mich dazu inspiriert haben. Die werde ich für unser nächstes Album verarbeiten. Meine Playlist geht von In This Moment bis Slayer. Wenn ich mit der Show fertig bin und ich mich einfach erholen will dann lege ich zum Beispiel Christina Aguilera. Da werde ich nicht Raining Blood von Slayer anmachen um versuchen einzuschlafen. (lacht) Das funktioniert nicht.

Chad: Ich höre das neuste Album von Clutch Earth Rocker an. Es ist so gut. Das höre ich wenn ich trainiere oder Laufen gehe. Es ist so ein geiles Album.

 

Burning Music: Habt ihr lustige Geschichten zu erzählen, die so auf Tour passiert sind?

Vinnie: Da gab es mal was in München. Wir sind über 10 Stunden geflogen um eine Show hier zu spielen. (lacht)

Burning Music: (lacht) Fällt euch was anderes ein?

Vinnie: Es war eine 4,5 wöchige Tour mit Godsmack in den USA. Unser Bus ist kaputt gegangen und es gab keinen anderen Bus mehr. Wir mussten in einen verdammten Van reisen. Für insgesamt 3 Wochen. Und wir haben uns darüber nicht einmal beschwert. Ich bin sogar größtenteils gefahren und Chad die letzten Shows. Es war super. Wir bisher keine einzige Show verpasst. Unwetter, Regen noch sonstiges. Aber heute ging es nicht.

Chad: Es war verrückt. Wir hatten früher unsere Van Zeit wo wir uns keinen Tourbus leisten konnten. Vor 15,20 Jahre. Die Zeit kam wieder aber es war witzig.

 

Burning Music: Wie sind eure Pläne für die Zukunft?

Vinnie: So einiges. Wir spielen morgen eine Show. Hoffentlich. (lacht)

Chad: Ich schaue bis morgen in die Zukunft. Das klappt dann hoffentlich. (lacht)

Vinnie: Wir haben tolle Dinge die auf uns zu kommen. Die Europa Tour. Wir beenden die mit dem Download Festival. Und dann fliegen wir nach Hause. Nach einer Woche geht es dann mit dem Mayhem Festival los. Mit Slayer und King Diamond und viele mehr. Wir spielen dann auf der Mainstage. Das wird toll. Und dann geht es nach Australien und Neuseeland. Da waren wir seit 5 Jahren nicht mehr. Es wird Zeit. Und danach geht es wieder ab ins Studio mit Kevin. Das wird so Ende des Jahres sein. Januar, Februar gibt es nochmal eine Show und dann kommt hoffentlich unsere erste Single im März oder April raus. Dann steht in Europa wieder die Festival Saison vor der Tour und es wird Zeit wieder herzukommen. Und dann darf München nicht fehlen. Wir freuen uns.


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