Die Rival Sons rocken die Festhalle Frankfurt!

Rival Sons by Ju Tschmaler
Nachdem die Rival Sons das letzte mal im ausverkauften Gibson Club in Frankfurt auftraten, sollte es dieses Mal die Festhalle Frankfurt sein. Zwar nicht ganz alleine, aber im ‚Doppelkonzert‘ mit Deep Purple. Es ist einer dieser Abende, wo eine handvoll junger Kerle, die eigentlich ’nur‘ als Vorband gebucht sind, den Hauptact (Deep Purple) wahrhaftig alt aussehen lassen werden.
Die Frankfurter Festhalle ist eine wunderschöne Location, lässt aber jeden Ton-Techniker mit ihrer ’schwierigen‘ Akustik komplett verzweifeln. Bei jeder Band, die wir bis dato erleben durften, war es einfach nur sehr anstrengend zuzuhören. Entweder war der Sound klar, aber zu leise, sodass hinten nichts mehr ankam, oder es war zu laut und es war ein einziger undifferenzierter Matsch.

Bei den Rival Sons heute Abend stimmt aber alles. Die Songs und das Programm kennen wir in gewisser Weise schon, sodass wir uns heute Abend auf andere Dingen konzentrieren können. Im Vergleich zum letzten Auftritt im Gibson, hält sich der Frontman zwar etwas mehr zurück als sonst, gesanglich packt er aber ordentlich drauf. Jeden Ton, jeden Song, jedes Gitarrensolo, jeder Break: Absolut alles nageln die Rival Sons auf den Punkt, mit einer coolness, die die Zuschauer auch spüren. Fast alle ‚gehen mit‘, obwohl nur die anwesenden Rival Sons Fans, die Songs kennen. Und sogar bei der obligatorischen Schmuseballade gingen die Feuerzeuge hoch. Zum Schluss packen sie sogar nochmal ihren Joker ‚Open My Eyes‘ aus und haben spätestens jetzt die Festhalle auf ihrer Seite. Dafür ernten die Rival Sons einen überdurchschnittlich euphorischen Applaus, den man bei einer Aufzeichnung auch genau so gut an das Ende der Deep Purple Live DVD hätte schneiden können.

Und dann ist da noch Deep Purple. Hätte ich ja fast vergessen, wenn nicht irgendwann das Bandlogo eingeblendet worden wäre. Ich nutze die Umbaupause, um mir eine Rindswurst zu holen, und dabei gleich noch bei den anwesenden Deep Purple Fans einige Meinungen zu den Rival Sons einzuholen. Und die finden die Rival Sons, ohne Ausnahme ’sensationell‘, einige wollen sich sogar noch später eine CD mitnehmen, für’s Auto.

Und jetzt kommt Deep Purple mit einem Intro, dass auch genau so gut der Einspieler einer 80er Jahre TV Sendung hätte sein können. Dann prügeln mir die Senioren ihren Sound mit gefühlten 20Db mehr um die Ohren, als es die Festhalle verträgt. Und alles was noch rüberkommt ist das durchgängig furchtbare Orgel-Gedudel des Keyboarders mit der Chris Normen Gedächtnisfrisur. Der Frontmann von Deep Purple hat sich auch sein feinstes Outfit rausgesucht und kommt in schwarzer Jeans und einem nicht sehr vorteilhaft geschnittenen 9 Euro H&M T-Shirt auf die Bühne. Musikalisch gesehen geben sie ihr bestes und rocken was das Zeug hält. Nur das was ich da höre und was ich da auf der Bühne sehe, passt einfach nicht zusammen. Und so sehr ich mir mühe gebe: Es kommt einfach nichts rüber. Ob es daran liegt, dass ich bis auf „smoke on the water“ keinen einzigen Song kenne? Deshalb beschließe ich nach 30 Minuten Deep-Orgel die Festhalle zu verlassen.

Die Deep Purple Fans haben auf jeden Fall ihren Spaß und kommen voll auf ihre Kosten, die Heroes ihrer Jugend zu sehen und dabei nochmal über die ‚guten alten Zeiten‘ zu sinnieren. Ich zumindest stelle fest, dass in der Festhalle noch ‚viel Luft‘ im Innenraum ist und das Konzert definitiv NICHT ausverkauft ist. Ob das nur in Frankfurt so war? Oder ist vielleicht die Halbwertszeit von ‚Deep Purple‘ doch schon etwas überschritten?

Das alles kann den Rival Sons aber egal sein. Denn die haben bewiesen, dass sie an dem Abend auch genau so gut der Hauptact hätten sein können. Und wenn ihnen noch der ‚große Hit‘ gelingt, dann bekommen die ‚Sons‘ mit Sicherheit die Festhalle auch alleine ausverkauft.

Fan-Foto von: Ju Tschamler (facebook)


Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*