Gestärkt und bereit für Neues – BM im Interview mit Lindt Bennett

Lindt Bennett sagen über sich selbst, sie wären „Seelenschwestern“. Sie nannten ihr erstes Album so und der Titeltrack daraus war ein absoluter Radio-Hit. Dass sie unter schweren Bedingungen beweisen müssen, dass es keine leere Worthülse ist, kein erfundenes Etikett oder ein werbewirksamer Slogan, traf sie im vergangenen Jahr völlig unerwartet und unvorbereitet: Kim Bennett erkrankte schwer an Krebs. Wir haben beide jetzt zu einem Interview gewinnen können und sie befragt, wie es natürlich um die Gesnudheit bestellt ist und wie die Pläne für die Zukunft aussehen.

BM:

Liebe Kim, mit Freude haben wir vernommen, dass es Dir besser geht nach Deiner schweren Erkrankung. Magst Du uns näheres dazu erzählen?

Kim Bennett: Nach meiner Diagnose vor einem Jahr, Lungenkrebs im Endstadium und Hirntumor mit einigen Metastasen im Kopf, sah es alles andere als gut für mich aus. Diese Nachricht musste ich erstmal verdauen. Ich bin aber ein Mensch, der nicht so schnell aufgibt. Ich habe diese Diagnose angenommen und das Beste daraus gemacht. Ich bin durch eine 4 Wöchige Strahlentherapie gegangen und nehme bis heute jeden Tag meine Chemotabletten.
Die Krankheit ist nicht heilbar, da es ein Gendefekt ist. Ich lebe aber ganz gut damit, denn ich bestehe nicht nur aus diesem Krebs, sondern habe noch Ziele in meinem Leben, die ich erreichen möchte. Es bleibt ein hartes Stück Arbeit damit zu leben, aber ich vertraue auf meine innere Stärke und den Ärzten.

BM:

Du sprichst auch immer wieder über Deine Seelenverwandtschaft zu Deiner Gesangspartnerin Anne. Was macht Eure Freundschaft denn so besonders?

Kim Bennett/Anne Lindt:
Anne und ich sind total verschieden aber wenn es um etwas Wichtiges geht, halten wir zusammen und ziehen an einem Strang.
Ich mag Ihre Ehrlichkeit und den trockenen Humor. Wir können uns blind vertrauen, da braucht es manchmal keine Worte, um den anderen zu verstehen.

Auf Kim ist immer 100% Verlass. Wenn nichts mehr geht, sie findet einen Weg! Und gibt es WIRKLICH keinen Weg, holt sie eine Schaufel und buddelt. Das kann einem manchmal ganz schön auf den Keks gehen, aber darauf verzichten? Niemals!! :-)))

BM:

Musikalisch geht es auch wieder bergauf mit einem Titel, der passender nicht sein könnte „Hallo Leben“. Konntet Ihr mithilfe dieses Songs auch viel darin verarbeiten?

Kim Bennett/Anne Lindt:
Natürlich verarbeiten wir in „Hallo Leben“ das, was wir in den letzten Monaten zusammen erlebt haben. Wichtig war aber für uns, dass es weiter geht. Wir haben im letzten Jahr so viel durchlitten, dafür reicht ein Song nicht, um das zum Ausdruck zu bringen, was wir gefühlsmäßig durchgemacht haben.

BM:

Könnt ihr das Gefühl beschreiben, wie es war nach so langer Zeit wieder auf der Bühne zu stehen beim ZDF Fernsehgarten on Tour auf Teneriffa?

Kim Bennett/Anne Lindt:
Es war sehr aufregend, endlich wieder auf der Bühne zu sein. Wir waren unheimlich nervös. Es war eine große Ehre, vom ZDF nach Teneriffa eingeladen zu werden. Wir hatten eine tolle Zeit mit dem Team und den Künstlern und es hat uns viel Kraft gegeben in dieser Kulisse unsere neue Single präsentieren zu dürfen.

Es war tatsächlich ein besonderer Moment. Wir durften schon einige Male im Fernsehgarten zu Gast sein und das Team vom ZDF hatte auch während Kims Krankheit, regelmäßig Kontakt zu uns. Es war so lange nicht klar, ob wir jemals wieder zusammen auftreten können und dann da zu stehen, „Hallo Leben“ zu singen… diesen Tag werden wir wohl nie vergessen…

BM:

Inwieweit hat sich Dein Leben verändert? Lebst Du zum Beispiel bewusster als vorher, genießt Du mehr die kleinen Dinge des Lebens? Hat die Krankheit auch Dein Leben beeinflusst Anne?

Kim Bennett/Anne Lindt:
Ich würde nicht sagen, dass ich bewusster lebe, aber ich passe mehr auf mich auf. Mein Leben hat sich von einem zu anderen Tag um 180 Grad gedreht. Ich lebe mein Leben jetzt zu meinen Bedingungen und lasse mich nicht mehr von anderen Menschen bestimmen und unter Druck setzen. Früher wollte ich es jedem Recht machen und habe mich oft über meine Grenzen bewegt. Und die waren hoch! Heute mache ich das was ich noch kann und vor allem möchte und nehme mir meine Auszeiten, die ich früher nie hatte.

So ein einschneidendes Erlebnis beeinflusst die gesamte Lebenseinstellung. Ich habe mir immer vorgestellt, wie Kim und ich als alte Damen auf der Bank vorm Altersheim sitzen und „You’ve got a friend“ singen. Und auf einen Schlag wird dir die beste Freundin genommen. Diese plötzliche Veränderung deiner „Pläne“, die Vorstellung, dein Leben ohne diese feste Konstante, die dieser Mensch dargestellt hat, zu verbringen, das hat mich umgehauen und demütig gemacht. Aber wie immer war auf Kim Verlass! Sie hat einen Weg gefunden.

BM:

Natürlich steht die Gesundheit sicherlich ganz oben auf der Wunschliste das ist uns klar, aber was erwartet Eure Fans wie sehen Eure weiteren Pläne aus?

Kim Bennett/Anne Lindt:
Ich hoffe, dass die Therapie weiterhin so gut anschlägt und vielleicht der Lungentumor sich irgendwann auch ganz verabschiedet. Für mich und meine Rehabilitation ist es unheimlich wichtig, weiterhin Musik zu machen. LINDT BENNETT ist mein Motor und treibt mich immer wieder von Neuem an. Es sind dieses Jahr noch Auftritte in TV Shows geplant und unser 2. Album ist hoffentlich bald fertig und wird dann dieses Jahr noch erscheinen. Alles, was um uns herum passiert, könnt Ihr auf unserer Facebookseite verfolgen.

Wir bedanken uns ganz herzlich, liebe Kim und liebe Anne, für das sehr emotionale Interview und wünschen Euch von Herzen alles Liebe und Gute!

Liebe Kiki, wir danken Dir auch und grüßen alle Leser von Burning Music


Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*