Behind the Curtain – Interview mit Mahmood Shobeiri


Mahmood Shobeiri (links) und Samaneh Zabimanesh (4.v.r) mit Leo Rojas & Band

Dass es im Iran eine blühende Veranstaltungslandschaft gibt wissen nur die wenigsten. Einblicke in die persische Kultur erhält man in Europa nur selten. Dominiert wird die dortige Musikindustrie von einheimischen Künstlern. Die Auflagen für Engagements internationaler Künstler sind nicht leicht. Doch ein aufstrebendes und ambitioniertes Team aus Tehran machte das scheinbar unmögliche wahr und organisierte über 10 ausverkaufte Shows mit dem erfolgreichsten Instrumentalisten Leo Rojas.

Mahmood Shobeiri ist der wohl bekannteste und erfolgreichste Musikmanager des Landes. Mit seiner Hingabe und Leidenschaft zur Musik organisiert er nicht nur Konzerte mit nationaler Reichweite, sondern fördert auch begabte iranische Talente. Den Sänger Ali Zand Vakili machte er zum iranischen Popstar – und in seiner eigenen Academy können jugendliche professionellen Musikunterricht absolvieren.

Da auch während der weltweiten Corona-Pandemie die Iranische Konzertbranche eingeschränkt ist, nutzten wir die Zeit für ein Interview.

Mahmood Schobeiri (rechts) und sein erfolgreichster Künstler Ali Zand Vakili (links)

BM: Wann haben Sie angefangen Konzerte zu organisieren? Was war Ihr erstes Projekt und wann?
MS: 1985 habe ich in der Musikbranche angefangen. Seinerzeit habe ich mit dem Musikzentrum des iranischen Rundfunks zusammengearbeitet und haben Musikvideos für verschiedene Künstler produziert. 2014 habe ich dann das erste Konzert mit Ali Zand Vakili in der Vahdat Halle veranstaltet.

BM: Neben der Organisation von Konzerten sind Sie auch der Manager von Ali Zand Vakili. Wann und Wo haben Sie ihn getroffen und sein Talent endeckt? Was ist von da an passiert? War er schon davor berühmt?
MS: “Ali Zand Vakili habe ich durch einen gemeinsamen Freund kennengelernt. Wir haben über die Arbeit gesprochen. Ali war damals schon in dem Berreich Musik tätig.  Er hat einen Abschluss in Musik und war in verschieden Bands als Sänger unterwegs z.B. in den Bands “Dang Show”  und “Darkub” Er hat auch in Eröffnungssequenzen von Filmen gesungen. Als wir uns kennengelernt haben wollte Ali seine eigene  Karriere starten und wir haben mit unserem gemeinsamen Freud Abbas Latifi, der auch ein berühmter Musiker ist darüber gesprochen und beraten. Über die Zeit wurde ich nicht nur sein Manager und habe viele Konzerte für Ali veranstaltet, es entstand auch eine sehr gute Freundschaft.

Mittlerweile arbeiten wir schon seit sieben Jahren zusammen und die Ergebnisse unsere Zusammenarbeit sind sehr gut. Alis Kunst ist einzigartig und die Leute im Iran lieben ihn. Dies hat uns vorangetrieben. Wir hoffen das Alis Kunst auch außerhalb unserer Grenzen gehört wird und Kunstliebhaber anderer Länder Alis Stimme und ihn selbst kennenlernen.”

BM: Die iranische Kulturist einzigartig.  Und die Anforderungen ein Konzert zu organisieren sind hoch.Was ist der größte Unterschied und die größte Herausforderung?
MS: “Was die  iranische Kultur einzigartig macht ist die Gastfreundlichkeit, die Liebe zur Kunst und die persische Höflichkeit.”

BM: Sie und Ihre Partner haben den Internationalen, lateinamerikanischen Flötenspieler Leo Rojas und seine Band in den Iran eingeladen.Was war der Grund und war es ein Erfolg?
MS: “Wir haben oft mit Samaneh darüber gesprochen solche Projekte zu machen. 2017 hat Samaneh mir vorgeschlagen Leo einzuladen. Da ich wusste, dass Leo bereits viele Fans in Iran hat und die Leute seinen Musikstil mögen,  habe ich mit meinem Team gesprochen. Alle waren einverstanden und Sameneh hat sich dann mit Leos Manager in Verbindung gesetzt  und so hat unsere Zusammenarbeit dann begonnen.
Leo ist so charismatisch und so sympathisch dass er selbst mit seiner Kunst die Leute angezogen hat. Leo war auf der Bühne einzigartig. Er hat mit einer großen Energie performt. In den vier Konzerten , die er in den Iran gekommen ist, hat er die Leute so angezogen, dass in den folgenden Konzerten die Tickets schon früh ausverkauft waren. Die Leute hatten eine schöne Zeit mit ihm und seiner Band und haben auch Freunden und Bekannten über Leo Rojas berichtet.”

BM: Was können Sie uns über die Arbeit mit Leo und seinem Team erzählen. Hat Ihnen dieses Projekt einen Inspiration für die Zukunft  gegeben?
MS: “Die Bekanntschaft mit Leo und seiner Band war sehr beeindruckend. Das ganze Team Patrick, Markus, Florian, Alex und nartürlich Leo Rojas  waren einzigartig, nett  und auch einzigartige und professionelle  Künstler. Das war eine schöne Erfahrung . Wir haben gute Deutsche Freunde kennengelernt. Leo hat so viel Potenzial, dass man mit ihm in Zukunft  weitere große Projekte starten kann.” 

BM: Corona hat alles verändert.Wie hat sich die Musik und die Kulturindustrie iM Iran geändert? Sind Konzerte noch möglich?und wenn ja, wie?
MS: “Corona hat die ganze Welt betroffen und natürlich auch den Iran.  Konzerte sind dafür da um sie zu genießen und den Nervenkitzel zu haben.  Die Leute möchten ihrem Künstler nah sein. Viele Projekte lassen sich aber nur mit großem Publikum in den Hallen realisieren. Dies hat dazu geführ, dass viele Veranstalter nicht arbeiten können. Wir warten einfach ab bis wir wieder weitermachen können. Eine volle Konzerthalle macht ein Konzert interessant. Wir haben versucht die Konzerte mit der Hälfte des Pulikums durchzuführen, aber leider hat es nicht geklappt. Wir hoffen, dass es bald einen Impfstoff gibt, um die Möglichkeit zu haben wieder Konzerte zu planen.”

BM: Wie sehen Ihre Pläne in der Zukunft aus? Wollen Sie noch mehr Ausländische Artisten in den Iran einladen?
MS: “Leo ist im Herzen der Menschen. Wenn die Konzerte wieder möglich sind, werden wir Leo wieder einladen. Wir sind gerade auch im Gespräch mit den Managern anderer international berühmten Künstlern, um sie in den Iran einzuladen. Ali Zand Vakili und Leo sind auch Freunde geworden und wir würden gerne in Zukunft mit Ali und Leo  zusammenarbeiten, weil beide sehr gefühlvoll  performen und das iranische Publikum im Herzen berühren. Die Leute lieben Ali und seinen Charakter er hat 3 Preise als  bester Künstler erhalten. Wir wollen Ali international  präsentieren und  die iranische Musik ins Ausland exportieren, sodass die Menschen im Ausland mit der iranischen Musik herangeführt werden.”

Wir bedanken uns für das tolle Interview und wünschen Mahmood Shobeiri und seinem gesamten Team weiterhin gutes Gelingen und natürlich Gesundheit und Glück.


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