Behind the Curtain – Samaneh Zabimanesh bringt die iranische Kultur nach England


Die gebürtige Iranerin Samaneh Zabimanesh erfolgreich in London.

Nach ihrem Abschluss in Architektur zog es Samaneh Zabimanesh schon in jungen Jahren aus ihrer Heimat nach England. Die grafikbegeisterte und gebürtige Iranerin beweist mit ihrem vielseitigen Lebenslauf, dass die neue persische Generation moderner Frauen auch dem internationalen Wettbewerb gewachsen ist. Dabei trägt sie ihre Heimat stets im Herzen und organisiert beispielsweise auch Konzerte iranischer Gruppen in London, entwirft Plakate für Festivals. Wir haben Samaneh Zabimanesh getroffen, um sie zu fragen, wie es sich im regnerischen London lebt.

BM: Sie haben erst Architektur studiert, dann Grafikdesign jetzt arbeiten sie in kulturellen Bereichen. Welches Projekt war dabei sehr außergewöhnlich und spannend?
SZ: Man kann es pauschal schwer nur auf ein Projekt reduzieren. Denn das eine führte zum anderen. 2005 begann ich meine Arbeit im Iran Artist Centre in London. Hier habe ich die ersten Veranstaltungen mit dem im Iran sehr bekannten Sänger Ali Zand Vakili durchgeführt. Vielleicht sehen viele den Iran aufgrund der Medien als kriegslustiges Land, das gegen Frieden ist. Ich möchte der Welt aber Zeigen, dass der Iran reich an Kultur ist und auch musikalisch hohes Potential hat.

BM: Sie waren auch für eine ungewöhnliche musikalische Begegnung von Dudelsackspielern verantwortlich?
SZ: Ja das stimmt. Im Süden des Irans gibt es die Gruppe Lian unter der musikalischen Leitung von “Mohsen Sharifian”, der für seine Dudelsackmusik sehr bekannt ist. Ich konnte die Gruppe erstmals zu einem Festival nach Schottland einladen zum “Culti Connection Festival”. Auf der Bühne präsentierte die iranische Gruppe Lian ein traditionell schottisches Dudelsack-Lied und dann spielte eine schottische Gruppe ein iranisches Volkslied. Das war ein sehr bewegender Moment. Daraufhin konnte ich noch weitere Auftritte vermitteln. Zum Beispiel im Jahr 2018 beim WOMAD Musikfestival.

BM: Auch Sie waren an der Organisation der Auftritte von Leo Rojas im Iran maßgeblich beteiligt. Was genau war ihre Funktion hier?
SZ: Leo Rojas war mir natürlich bekannt. Ich wusste aber auch, dass er im Iran viele Fans hat und seine Musik dort beliebt ist, auch wenn Leo Rojas bis zu diesem Zeitpunkt noch nie im Iran war. Ich unterhielt mich mit meinem Kollegen Mahmood Schobeiri. Er fand die Idee sehr gut. Dann setze ich mich mit Leo’s Manager Patrick Kronenberger in Verbindung und sie haben die Einladung angenommen. Die erste Tour war so erfolgreich, dass wir Leo und seine Band noch zwei weitere Male eingeladen haben.

Leo Rojas Documentary Movie – Iran

BM: Was waren bei diesem Projekt die besonderen Herausforderungen?
SZ: Künstlern zu erklären wieviel Geld sie für ihren Auftritt im Iran erhalten können. Denn die Verhältnisse im Iran sind ganz anders als in anderen Ländern der Welt. Große Unterschiede gibt es alleine schon bei den Ticketpreisen hier im vergleich zum Rest der Welt. Hinzu kommen die großen Faktoren bei der jeweiligen Währung. Deshalb sind wir immer auf ein großes Verständnis der Managements angewiesen. Viele Künstler wollen auch gerne im Iran auftreten, weil sie noch nie im hier waren und diese Erfahrung gerne machen möchten. Natürlich haben sie wegen der negativen Berichterstattungen über den Iran, auch ein bisschen Angst. Ich muss ihnen also die Garantie geben, dass sie nichts zu fürchten haben und unser Land sicher ist. Aber wenn die Konzerte beginnen und ich die Freude in den Gesichtern der Zuschauer und der Künstler sehe und die schöne Zeit, die die Künstler hier verbringen sowie das positive Feedback , dass sie über Iran geben, das macht mich glücklich und deshalb liebe ich meinen Job so sehr.

BM: Wo sehen Sie sich in 5-10 Jahren?
SZ: Schön wäre es natürlich den Erfolg meiner Firma zu vergrößern, damit ich die iranische Kultur international noch bekannter zu machen. Auch die Veröffentlichung von iranischer Musik und die Förderung neuer Gruppen liegt mir sehr am Herzen.

Wir bedanken uns bei Samaneh Zabimanesh für das ausführliche und tolle Interview und wünschen für die Zukunft alles Gute!
(c) Fotos: Privat


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