Leo Rojas Albumkritik – Die neue CD im Review Test

Er ist einer der letzten echten Indianer, so beschreibt sich Leo Rojas selbst. Kürzlich hat er sein neues Album veröffentlicht, das genau so heißt wie er selbst. Der Longplayer umfasst 13 Titel, mit welchen wir uns bei Burning-Music natürlich intensiv auseinander gesetzt haben. Viel Spaß mit unserer Albumkritik.

Seit Beginn des Jahres hat sich bei dem gebürtigen Ecuadorianer wieder einiges getan. Mit neuem Team hat er nicht nur seine Facebook-Fangemeinde fast verdoppelt, sondern auch ausverkaufte Konzerte in Ländern wie Brasilien oder Kirgistan gespielt. Diese Inspiration hat er zusammen mit Produzent Silvio d’Anza und Manager/Songwriter Patrick Kronenberger auf seinen bisher persönlichsten Tonträger festgehalten.

Mit Nature Spirits eröffnet Leo Rojas sein Album mit einem musikalischen Paukenschlag. Elektronische, treibende Beats treffen auf eine eingängige Melodie, die durch Leo Rojas unverwechselbares Flötenspiel vervollständigt wird. Mit der Melodie einher geht ein typischer Indianer-Gesang, der nicht nur zum Tanz um’s Lagerfeuer, sondern auch in die Clubs der angesagten Metropolen dieser Welt einläd.

Dusk ist der zweite Song von Leo Rojas, eine ruhige, emotionale Ballade mit einem gewissen Hang zur Dramatik. Diesen Song widmet der Indianer der aktuellen Problematik der Gesellschaft und Weltpolitik und möchte damit auf die Vergänglichkeit des Tages und des Lebens im Allgemeinen hinweisen. Dusk spielt Leo Rojas nicht wie sonst mit seiner Panflöte, sondern mit der traditionellen indianischen Flöte, die sich durch ihren sehr eigenen, prägnanten Klang in den mittleren und tiefen Oktaven auszeichnet.

Mit Wolf’s Heart ist es Leo Rojas gelungen den Vibe eines internationalen Chart Hits mit dem gewissen Etwas zu veredeln. Als Duettpartnerin hat er sich niemand geringeres als die US-Schauspielerin „Chantelle Barry“, die zu dem radiotauglichen Beat durch ihre Melodie und eigens komponierten Songtext die musikalische Krone aufsetzt. Barry spielte in Serien wie Entourage, 90210 oder How I met Your Mother mit und startete ihre Karriere übrigens als erste Gewinnerin der Australischen Popstars. Für uns ist Wolf’s Heart einer der Songs mit großem Hit-Potential.

Indian Fire ist Song Nummer vier auf dem Album, dafür aber die erste Single-Auskopplung und macht sofort Lust auf Urlaub in der Karibik, am schönen Strand. Der Song kommt mit einer Leichtigkeit daher, die sofort zum mitsingen und mitwippen animiert. Das Musikvideo zu Indian Fire könnt ihr euch in voller Länge anschauen:

Silver Moon ist ebenfalls eine der „moderneren“ Songs von Leo Rojas mit diversenen Elementen aus dem DubStep und Trap Segment, die kurz vor Ende nochmal den Song in eine komplett neue Richtung lenken. In diesem Song hören wir Leo auch das erste Mal in seiner indianischen Ursprache der Kichwa. Wir wissen zwar nicht genau, was er hier sagt, aber die Worte berühren direkt und bringen eine gewisse Mystik mit sich.

Es folgt Beyond The Sunrise, der ähnlich wie Indian Fire eine gelungene Mid-Tempo-Nummer darstellt. Auch hier trifft wieder eine einprägsame Flöten-Melodie auf einen auf den Punkt produzierten Beat, der sogar noch durch eine Gesangs-Topline ergänzt wird. Eine schöne Nummer im Ibiza-Lounge-Stil.

Exakt nach der Hälfte des Albums, mittlerweile sind wir bei Titel Nummer sieben, zeigt sich Leo von einer ganz anderen Facette und demonstriert, dass er auch locker einen Soundtrack zu Filmen wie „The Last Samurai“ oder „Herr der Ringe“ hätte beisteuern können. Dieses Mal spielt er gleich zwei verschiedene Flöten in der Ballade „Warrior of Freedom„. Mit dem Titel spiegelt sich auch Rojass Lebensphilosophie wieder. Denn der Künstler sieht neben Feuer, Wasser, Erde und Luft die Musik als fünftes Element und als Lösung für viele Probleme dieser Welt.

Mit „Chasing The Wind „folgt der letzte Club-Song des Albums, zu dem wir uns sehr gut vorstellen können, wie sich der Indianer in eine Trance tanzt und spielt. Wir sind überrascht, welch musikalisches Potenzial in Leo Rojas steckt und weshalb er diese Vielfalt und Talent als „Supertalent“ in all den Jahren nie unter Beweis stellen konnte.

Die Hymne an die Geister der Vergangenheit setzt der Indianer mit dem Song „Lost Souls“ um. Ein Song, den wir uns zu einem mystischen und geheimnisvollen Ritual vorstellen, mit dem Leo Rojas den Kontakt zu den Seelen anderer Dimensionen aufnehmen möchte. Ob es ihm gelungen ist?

Die musikalische Meisterprüfung legt Leo Rojas samt Produzent mit „Into The Wild“ ab. In diesem Werk lässt sich ohne Zweifel erkennen, dass der in Berlin lebende Künstler mit seinem Album nicht nur „ganz großes Kino“präsentiert – und besonders dieser Song auch ideal auf die Kinoleinwände passt.

Das neue Team um Leo Rojas mit Produzent Silvio d’Anza (links) und Manager Patrick Kronenberger (rechts). (c) Foto: Bernd Kämmerer

Kurz vor dem Finale wird es mit Titel 11 nochmal sehr emotional und fast sogar intim. Bei dem Song „Dreamcatcher“ spielt uns Leo Rojas eine „Nachtmelodie“, die sehr reduziert und nur mit einem Klavier und natürlich Leo’s Flötenspiel, in Szene gesetzt wird.

Der musikalische Abschluss wird mit Water of Life gesetzt, der uns an einen sehr bekannten Hit erinnert und uns mit einem sehr positiven Gefühl aus dem Album verabschiedet.

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Doch genau so wenig, wie Leo Rojas auf seinen Konzerten seine Fans einfach so nach Hause schickt, packt er ganz zum Schluss seines Albums nochmal seinen „Gassenhauer“ und großen Hit „El Condor Pasa“ aus – in einer Version, die nicht nur zum Schunkeln und Tanzen einläd, sondern auch gewisse Anreize für eine Party mit ordentlich Tequilla und Tortillas setzt. Doch genau mit dieser Leichtigkeit und Fröhlichkeit haben wir Leo Rojas bei unserem letzten Interview kennengelernt.

Und genau so facettenreich wie seine Persönlichkeit ist, ist tatsächlich auch sein neues Album geworden. Sein Ziel hat er somit erreicht und auch uns über alle Maße überzeugt.


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