Bafa KFW Einzelmaßnahmen Förderung – Das Geschäft der Energieberater

Zu schön klingt es, wenn man in der Werbung liest, man könne sich ganz unproblematisch Moderniesierungsmßnahmen am eigenen Heim bezuschussen lassen. Doch wer sich mal mit den recht unübersichtlich und teils schlimm programmierten Homepages der KFW und der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) versucht hat zu navigieren wird schnell an seine Grenzen der Geduld kommen. Die Förderungen sind meist an einige Bedingungen geknüpft.

  1. Mindestbetrag der zu bezuschussten Maßnahme muss 2.000 EUR netto sein
  2. Ein Energieberater (Effizienz Experte) muss beauftragt werden

Und hier kommen wir schon zu einem ersten Beispiel: Wer sich dazu entschließt ein einzelnes Fenster zu erneuern, die in der Regel bei 500-800 EUR netto liegen, je nach U-Wert, ist hier schonmal raus. Auch wenn bei diesem Fenster der Energieberater den Online-Antrag für einen ausfüllt (was man durchaus auch komplett selbst erledigen könnte) läge sein Honorar bei ca. 300 EUR und wird schnell feststellen, dass ein Fenster mit Bafa Förderung teurer wird, als wenn man auf die Förderung verzichtet.

So wird man subtil dazu gelenkt doch einen “super günstigen KfW Kredit” aufzunehmen und gleich das gesamte Haus im Rahmen eines “Sanierungsfahrplans” zu erneuern. Das lohnt sich nicht nur für die Bank, sondern auch für den Energieberater, der natürlich sein Honorar pro Stunde und anteilig am Kreditbetrag berechnet. Die o.g. Banken sind aber hier sehr freundlich und fördern einen Teil des “Beratungshonorars” (das mittlerweile bei mindestens 3.000 EUR liegt).

So wird das mit der Energiewende für den Otto-Normal-Verbraucher nichts. Nicht jeder Hauseigentümer scheint bereit zu sein, sich einen sechsstelligen Kredit aufzubürden, nur um am Ende vielleicht 1.000-2.000 Euro zu sparen und zusätzlich einen “Energieberater” durchzufüttern.

Das Zertifikat zum KfW Energieberater kann man übrigens online machen. Ein sehr lukrativer Job, wenn man bedenkt, dass die neue Bundesregierung in Deutschland die Hauseigentümer dazu anhalten wird in den nächsten Jahren diverse Maßnahmen durchführen zu müssen.

Die Lösung und die Motivation zu steigern, damit man schneller in die Energieeffizienz investiert, wäre ein einfacher Online-Antrag, in welchem der Kostenvoranschlag des Handwerkerunternehmens hochgeladen werden muss. Aber wo kämen wir denn dahin. Und so bleibt das letzte, einfach verglaste Buntglasfenster im (Treppen-)Haus noch eine Weile erhalten. Irgendwann ist es wahrscheinlich so alt und antik, dass es womöglich eine Förderung für Denkmalgeschützte Elemente geben wird. Natürlich aber nur mit Hilfe eines Denkmalschutz-Beraters…

Planen Sie eine Modernisierung in ihrem Haus und haben schon Recherchen zum Thema angestellt? Wie sehen sie das? Schreiben Sie uns hier ein Kommentar!

(c) Foto: Pixabay


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