Simonne Jones im Interview: Wenn musikalische Welten auf das Universum treffen!

Simonne-Jones Burning Music
Mehrmals jährlich veranstaltet der Dirigent und der kreative Kopf des ORSO Orchestras ‚Wolfgang Roese‘ mehrere Konzerte, zu welchen er auch Solisten einläd. Eine Solistin ist uns hier ganz besonders aufgefallen: Simonne Jones. Mit ihrem auffallend anderen Style und ihrer ganz eigenen Art zu performen, war sie nicht nur die Überraschung des Abends, sondern sorgte auch in den vergangenen Wochen medial für reges Interesse. Grund genug mal bei der talentierten Künstlerin genauer nachzuhaken!

 

Wir trafen Simonne Jones in Berlin, wo sie mittlerweile lebt. Sie ist irgendwie anders, als all die anderen Künstler. Sie hat es. Etwas, das wir mit Worten nicht erklären können. Etwas, das man einfach spürt.

BM: Hallo Simonne, gratulation für diesen tollen Auftritt beim ORSO Orchestra. War es das erste mal, dass du mit einem Orchester aufgetreten bist und wie hat es sich für dich angefühlt?

Simonne Jones:
Es war ein unglaubliches Gefühl seine eigenen Songs arrangiert auf ein 350 köpfiges Orchester mit Chor zu hören. Es war das erste Mal mit so vielen Musikern aufzutreten. Es war ein sehr magischer Moment.

BM: In Kürze startet das Theaterstück ‚Jedermann‘, wo du ebenfalls für den musikalischen Part involviert bist. Wie kam’s denn eigentlich dazu und was können deine Fans hier von dir erwarten?

Simonne Jones:
Der Regisseur Bastian Kraft fragte mich, ob ich da nicht mitmachen möchte, nachdem er von einem Mitarbeiter des Theaters von mir gehört hatte. ‚Jedermann‘ ist ein philosophisch, außergewöhnliches, moralisches, geheimnissvolles Stück. Es ist außerdem noch ein komplettes Konzert. Ich bin da ganz alleine auf dieser großen Bühne mit nur einem einzigen Schauspieler. Ich erschaffe die komplette Musik für alle Charaktäre, die alle von diesem einen Schauspieler gespielt werden. Naja fast alle. Die Rolle des Todes spiele ich. Für mich ist es bisher die größte visuelle Produktion, in der ich jemals mitgewirkt habe. Ich bin sehr gespannt und freue mich ein Teil dieses Projekts zu sein.


BM: Nach all den großen Auftritten, in diesen großen Venues (du warst ja auch mal Support von 30 Seconds to Mars), hast du da immernoch Spaß in kleinen Clubs auf kleinen Bühnen aufzutreten?

Simonne Jones:
Ich mag die Intimität in kleineren Locations sehr, besonders die Clubs mit Charakter. Ich liebe es auch nah an meinen Fans zu sein und außerdem mag ich es die Gesichter und die Reaktionen der Menschen zu sehen.


BM: Arbeitest du gerade an einem Album, oder schreibst du gerade generell an neuen Songs?

Simonne Jones:
Ja, ich arbeite zurzeit an meinem neuen Album. Ich kann auch garnicht damit aufhören neues Material zu schreiben, aber ich habe mir fest vorgenommen im Winter fertig werden. Rauskommen soll es dann im nächsten Jahr.

 

 

BM: Hast du schonmal an eine Zusammenarbeit mit deutschen Künstlern gedacht? – und was hältst du allgemein von deutscher Musik?

Simonne Jones:
Ja, warte.. Zählt schweizer-deutsch auch?  Ich liebe ‚Grauzone‘. Eisbaer ist einer meiner Lieblingssongs. Auch ‚Einstürzende Neubauten‘ waren sehr inspirierend für mein Album und mich. Ich liebe es, das was Menschen unter Musik verstehen, für mich neu zu erfinden.

BM: Und wie gefällt dir der Klang der deutschen Sprache in Songs?

Simonne Jones: Das kommt immer ganz auf den Song an.  ‚Rammstein – du hast‘ ist ja nicht gerade ein Schlaflied und das liegt mitunter auch am harten Klang der deutschen Sprache. Aber in Englisch würde der Song sich überhaupt nicht gut anhören. Einen Song, in welchem ich den Klang der deutschen Sprache sehr mag ist ‚Nena’s 99 Luftballons‘. Die Junge Nena ist so androgyn und charmant.


BM: Sind deine Songs ‚All I Want is You‘ (unser Lieblingslied in der Redaktion) oder ‚I wanna be your girl‘ eigentlich jemand speziellem gewidmet, oder was ist die genaue Geschichte dahinter?

Simonne Jones:
Das ist eine sehr interessante Frage, für die ich garkeine simple Antwort habe. Meine Songs sind sehr inspiriert von den Geheimnissen des Universums, die ich in meiner Musik reflektiere. I liebe es außerdem das menschliche Wesen zu ergründen, sowie die Liebe.

 

BM: Liebe. Welche Bedeutung hat das Wort für dich?

Simonne Jones: Ehrlich gesagt, habe ich es noch nicht herausgefunden. Ich mag aber die Definition von Dr. Seuss, die sagt: „Wenn du nicht einschlafen kannst, weil die Realität besser ist als deine Träume.“

 

BM: Wie sehr inspiriert dich deine neue Heimat Berlin beim Schreiben deiner Songs? Und was war dein schönster Moment hier?

Simonne Jones:
Berlin ist großartig. Die Musik und die Kunst hier ist so experimentel und offen. Berlin ist künstlerische Freiheit. Berlin hat aufgeschlossene, aufmerksame Zuhörer und ein Ort, an dem sich Menschen frei und offen entfalten können. Die Leute hier interessieren sich sehr für Musik und unterstützen die Künstler und deren Kunst. Die USA ist zwar wunderschön, wie eine gut geölte Maschine, was aber auch sehr einschüchternd sein kann. Berlin ist außerdem der perfekte Ort um neue Entdeckungen zu zeigen und auf dem neuesten Stand zu sein. In gewissermaßen lässt es Raum zum Atmen zu, der notwendig ist, um neue Ideen zu erforschen. Und natürlich war Berlin für Brian Eno und David Bowie’s Entwicklung in der Musik sehr essentiell. So ist es auch für mich.

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BM Erzähl uns doch was über den Erschaffungsprozess deiner Musik.

Simonne Jones: Ich gehe an die Sache heran, wie es ein Erfinder tun würde. Da laufen ganz viele Dinge in mir ab. Tesla beschreibt eine Begeisterung, die durch dein Herz rast. Einen Prozess. Ein Zustand, in welchem dein Gehirn sich frei macht und entfaltet für den Erfolg. Und in diesem Zustand und mit diesen Emotionen vergisst man zum Beispiel Essen, Schlaf, Freunde, Liebe, alles. Wenn ich Musik erschaffe, dann nimmt mich das vollkommen ein.
Mit Instrumenten erforsche ich mein Universum. In dieser Expedition spiele ich mit ihnen, entdecke und erfinde sie neu. Ich benutze sie, um noch größere Landschaften zu erschaffen, damit Menschen ein Werkzeug haben, wenn sie den Song hören. Ein kraftvolles Gefühl zu teilen, was auf mysteriöse Art und Weise in mir hervorgerufen wurde, aus einer anderen Welt. Instrumente sprechen eine Sprache, die man nicht erklären kann. Musik zu komponieren ist meine Art zu beschreiben, was ich bei meinen Entdeckungsreisen gesammelt habe.

 

BM: Du hast einen sehr breitgefächterten ethnischen Hintergrund -Hilft das beim Song-writing?

Simonne Jones: Ich bin mir sehr sicher, dass es hilft. Ideen und Anordnungen sind unfreiwillig tief in uns verankert, über Generationen. Ich bin sehr leidenschaftlich in Dingen, die diese Welt, menschlichen Spirit und andere Welten betreffen. Es kann sehr gut sein, daass es von meinen einheimischen indianischen Vorfahren kommt. In mir befinden sich auch karibische, italienische, französische und irische Wurzeln.

BM: Gibt es einen Partner an deiner Seite und wie managest du deine Beziehung, während du auf Tour bist?

Simonne Jones: Ja, die Musik ist mein Lover. Wir haben letzten Frühling geheiratet und auf Tour läuft es auch ganz gut. Er ist gewissermaßen immer dabei! Letztes Jahr hatte ich aber allerdings etwas mit ‚Fiss-Moll‘, aber das war mir dann alles irgendwie zu düster!

BM: Liebe Simonne, wir danken dir sehr für deine Zeit und deine inspirierenden Antworten.

Simonne Jones: Immer wieder, gerne.

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