Manpower im Modelbiz – Modelscout Wolf Gust im exklusiven Interview

Bei Heidi Klum und Eva Padberg haben Männer Hausverbot! Doch wie schafft man eigentlich den Sprung zum perfekten Model auch als Mann und ohne Castingshow? Wo kommen eigentlich diese großen und durchtrainierten Männer her, die man auf den großen Werbeplakaten, Magazinen und in TV Commercials sieht? Burning-Music führte an diesem Wochenende ein großes Interview mit dem Modelscout Wolf Gust. Wir trafen den symphatischen Wiesbadener in einem Café der hessischen Landeshauptstadt für ein exklusives Interview mit Burning-Music…


BM: Erzähl doch mal was von dir, wer bist du, wo kommst du her und wie lange bist du schon als Modelscout tätig?
WoGu: „Geboren wurde ich 1963 in der wunderschönen Stadt Wiesbaden, in der ich heute noch lebe. Mein Name ist Wolf Gust, eigentlich genauer Wolf Rainer, aber da halte ich es lieber wie der fühere US Präsident Kennedy, der aus seinem Fitzgerald ein F. machte, also Wolf R. Gust.  Ich kam über das Fotografieren auf Konzerten  eigentlich zur People´s Photography, das war so im Jahr 2001. Den eigentlichen Kontakt zur Modelwelt bekam ich durch einen Azubi von mir.

BM: Du meinst Christian Deerberg, einigen Lesern sicher aus VOX „auf- und-davon“ bekannt?
WoGu: „Ja, genau. In meinem „richtigen“ Leben arbeite ich für einen bekannten Industrieversicherer, dort unter anderem im Bereich Ausbildung und war auch zeitweise Dozent an der Berufsakademie in Mannheim. Einer meiner Azubis(ich war auch Betreuer seiner Bachelor Arbeit) war Christian Deerberg, den ich eines Tages darauf ansprach, ob er eigentlich mal gemodelt habe oder das vorhat, denn ich fand ihm vom Aussehen richtig klasse! Er verneinte dies und ich schlug einfach mal ein Probeshooting vor, das war 2008. Wir machten sowohl Bilder in einem Park in Frankfurt als auch im Studio in Mainz.

BM: Wie ging es dann bei Christian weiter?
WoGu: „Ich empfahl ihm, sich in einem Internetportal für Models und Fotografen ein Profil zuzulegen. Witizgerweise schlug ich ihm das vor, hatte aber zu dem Zeitpunkt selber noch keines (lacht). Christian erstellte sich ein Profil mit unseren Bildern und wurde innerhalb von Tagen von vielen Fotografen aber auch Agenturen angeschrieben. So kam eins nach dem anderen und er landete bei seiner ersten Agentur in Frankfurt/Main. Nach ersten Erfahrungen mit dieser Agentur suchte er nach weiteren, die ihn gerne auch nahmen. Es kam der Tag, an dem er seine Ausbildung beendete und er sich für eine Karriere in der Versicherungsbranche oder als Profi Model entscheiden musste. Wir führten sehr lange und intensive Gespräche, da sich eine sehr gute und vertrauensvolle Freundschaft aufbaute,(kein Wunder, wir sind beide am 17. Juli geboren) welcher Weg der Richtige für ihn sei. Da er zu der Zeit gerade erst 23 war und ich merkte, dass sein Herz mehr für das Modeln als für die Versicherung schlug, empfahl ich ihn, sich für die Modelkarriere zu entscheiden. Dies tat er dann auch. Du kannst also sagen, ich bin der Vater seiner Model- Karriere.

 

Modelscout Wolf Gust, weiss worauf es in der Modebranche ankommt!


BM: Wie kam die Idee für WOGU Scouting zustande?

WoGu: „Christian wechselte dann zu der sehr bekannten Model- Agentur KULT nach Hamburg und stellte mir hier den direkten Kontakt zum Besitzer der Agentur, Marco Cordes, her. Daraus entstand die Idee, Scouting neben meinem richtigen Beruf für diese Agentur zu machen.

BM: Gibt es bekannte Gesichter, die es mit deiner Hilfe in der Modelbranche geschafft haben?

WoGu: „Nun, an erster Stelle ist es sicher Christian, aber auch ein Leo Eller, Sascha Burg oder ein Michéle Rötters gehören dazu.

BM: Mit welchen Agenturen arbeitest du zusammen und wer sind deine Partner?
Nun, meine Kunden möchte ich hier verständlicherweise nicht nennen, ich kann aber sagen, dass es sich nur um namhafte Agenturen mit bestem Ruf handelt. Der Gedanke ist, dass WoGu-Scouting nicht nur aus mir besteht, sondern ich Partner suche und die teilweise schon gefunden habe. So ist eine Teamkollegin eine Freundin von mir, die im Public Relations Bereich arbeitet und gute Kontakte hat, dazu auch das richtige Gespür zum Finden neuer Talente. Ein Model, dass ich zu einer international agierenden Agentur brachte, wird im Bereich RheinMain scouten und ein guter Freund von mir wird die Bundeshauptstadt „unsicher“ machen.

BM: Was sollte denn  ein Model (neben dem guten Aussehen) denn sonst noch so mitbringen?
WoGu: „Nun, neben dem sicher richtigen und wichtigem Aussehen sind objektive Kriterien wichtig, dass sind z.B. Grösse Gewicht, die Maße, aber auch sicher das Gespür und Talent, vor und mit der Kamera richtig spielen zu können. Ausdruck ist also nicht zu vergessen. Es bringt nichts, wenn jemand nur schön ist (lacht).

BM: Hätte auch ein eher kleines Model bei dir eine Chance?

Was verstehst Du unter klein? Nun, die grossen Agenturen haben schon ihre Vorstellungen von 183 bis 190cm, da die Models auch auf den Catwalk (Laufsteg) einsetzbar sein sollen. Unter 180cm wird es eigentlich schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, ausser Du hast so ein super Gesicht und eine Personality, dass diese die fehlenden Zentimeter wettmachen. Zwischen 180 und 183 cm ist eine Grauzone, da hat man noch eine Chance, wenn alles andere stimmt.“

BM: Was hältst du von Schönheitsoperationen? Kennst du Models die hier und da nachgeholfen haben? Wie wird das in der Branche angesehen?
Puuh, ich habe auch schon eine SchönheitsOP hinter mir, zählst Du auch Entfernen von Muttermalen dazu? Nein, mal im Ernst, ich denke, dass dies mehr ein Thema im Bereich der weiblichen Models ist, aber Du hast recht, auch immer mehr Männer wollen dem Schönheitsideal, dass ihnen die Werbung vorlebt, entsprechen und legen sich dafür unters Messer oder lassen sich Botox spritzen. Mir selber ist kein männliches Model bekannt, das eine solche OP hinter sich hat, wobei ich sagen muss, dass unsere Models zwischen 18 und 30 sind, und in dieser Altersgruppe das Thema noch nicht so wichtig ist, da hängt die Haut im Allgemeinen noch nicht schlapp herunter.

BM: Drogen sind ja auch ein weitverbreitetes Phänomen, was sind deine Gedanken hierzu?

WoGu: „Ich habe selber keinen Kontakt mit Drogen bisher gehabt und bin auch Nichtraucher. Man sollte sich immer fragen, warum nimmt jemand Drogen, anstatt, sie sofort zu verteufeln. Alles hat seinen Grund, seine Ursache.“

BM: Gibt es für dich ein „perfektes Model“, wenn ja wer wäre das?
WoGu: „Oh, das ist eine interessante Frage. Meinst Du jetzt zum Vermitteln an eine Agentur? Nun, das männliche Model sollte mind. 183 cm gross sein, guten Ausdruck und tollen Body haben.
Wenn das Gesicht noch markant ist, hat es schon fast gewonnen.


BM: Jetzt ist Wiesbaden ja für jemanden der bspw. aus Hamburg kommt ein ganz schönes Stück entfernt. Wie kann man sich denn noch bei dir vorstellen?

WoGu: „Ich erkläre vielleicht, wie es bei WoGu Scouting genau abläuft, das dürfte vieler Leser dieses Interviews interessieren. Entweder wir sprechen oder schreiben ein potentielles Model an oder jemand, der meint, das Zeug dazu zu haben, schreibt uns auf info@wogu-scouting.de direkt. Wir benötigen dann aktuelle Polas, das bedeutet, nicht bearbeitete aber gut ausgeleuchtete Bilder des Gesichtes frontal und seitlich, genauso auch des freien Oberkörpers von der Seite und von Vorne.  Gut ist, wenn er uns auch die Daten wie Geburtsdatum, Grösse Gewicht, aber auch Maße nennt. Das Team schaut sich dann die Bewerbung an und wir entscheiden, ob es zu Schritt 2 kommt oder wir ablehnen müssen.

BM: Was heisst Schritt 2?

WoGu: „Wir laden den Kandidaten zu einem Testshooting nach Mainz ein, dieses Shooting führe derzeit ich durch. Das Shooting ist für den Kandidaten kostenfrei, er muss nur seine Fahrtkosten übernehmen. Übernachtungsmöglichkeit ist im Bedarfsfall auch kostenfrei vorhanden. Das bedeutet, im Gegensatz zu anderen Scouts, scouten wir niemanden, den wir nicht selber vor der Kamera schon fotografierten. Damit können wir guten Gewissens unsere Empfehlung an die Agenturen weiterleiten und diese erleben nicht das blaue Wunder, wenn sie ihn einladen und es sich dabei herausstellt, dass er vor der Kamera nicht agieren kann oder bspw. ein arroganter Zeitgenosse ist. Mit den Bildern aus dem Shooting werden wir das Model dann unseren Agenturpartnern vorstellen; unser Vorteil ist, dass wir direkte Ansprechpartner in den Agenturen haben, die uns schnell ein Ja oder Nein durchgeben.Wenn eine Agentur das Model kennenlernen möchte, stellen wir den Kontakt her.  Das Model stellt sich also nicht mit unpassenden Bildern bei einer Agentur vor und ist auch nicht eine von dreißig Bewerbungen, die in eine Agentur täglich reinflattern. Ein Vorteil von WoGu-Scouting gegenüber Blindbewerbungen bei Agenturen!
Weiterhin geben wir den Kandidaten Tips im Umgang mit Agenturen oder Fotografen, gerne stellen wir auch Kontakt zu seriösen Fotografen, die wir persönlich kennen, her. Wir dürfen  und wollen keine Rechtsberatung durchführen, aber gern schauen wir uns auch Shooting- Vereinbarungen u.ä. an und wenn gewünscht, geben unsere Meinung dazu. Das Model wird also bei uns nicht alleine gelassen.
Es hat aber auch keinen Vertrag mit uns und es kommen auf das Model keine Kosten unsererseits zu.
Daher ist es auch möglich, mit uns Kontakt aufzunehmen, wenn man in Hamburg, Berlin, Frankfurt oder München wohnt.

BM: Wie nimmt man mit Euch Kontakt auf, wenn man denkt, man hat das Zeug zum Model?

WoGu: Am besten per Mail und mit aussagekräftigen Bildern.

BM: Sucht Ihr auch weibliche Models?

WoGu: Derzeit beschränken wir uns auf das Scouten von männlichen Models, aber haben vor, in naher Zukunft auch weibliche Models vermitteln zu können.

BM: Wolf, vielen Dank für das Interview.

WoGu Scouting im Internet: www.wogu-scouting.de


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